Was ist ein Safeword ?

Was ist ein Safeword ?


 
Die Grundlage jeder geteilten Sexualität ist Consent, also die ausdrückliche Zustimmung aller beteiligten Personen. In gewissen sexuellen Praktiken, vor allem in den Bereichen des BDSMs, kann es sein, dass das gängige “Nein” eine andere Bedeutung erhält. Darum ist es dort sinnvoll, vorab ein Safeword – einen sogenannten roten Stopp-Knopf – zu vereinbaren. 
Was ist ein Safeword 
 
Safewords kommen vor allem innerhalb der BDSM-Praktiken zur Anwendung und sind nichts anderes als vorab vereinbarte Wörter oder Zeichen, um die physische oder psychische Grenze zu markieren. Einfach gesagt ist ein Safeword nichts anderes als eine Möglichkeit “Nein” oder “Halt” halt zu sagen, ohne genau diese Worte zu verwenden. 
 
Damit das Safeword auch seine Funktion erfüllt, sollten folgende Punkte beachtet werden.

 
Wie wähle ich mein Safeword? 

  • 1. Ein Wort: Wählt keine Sätze oder umständliche Wort-Konstellationen, sondern ein einzelnes, starkes Wort.
  • 2. Kein Sex-Talk: Das “oooh” und “aaah” gehört zum Sex dazu, eignet sich aber nicht als Safeword. Wählt lieber etwas, was ihr sonst im Bett nicht sagen würdet um Missverständnisse vorzubeugen.
  • 3. Leichte Aussprache: Macht euch das Leben selbst nicht unnötig schwer, indem ihr ein Wort wählt, dass ich selbst unter normalen Umständen kaum aussprechen könnt. Ein Safeword muss klar, laut und gut verständlich ausgesprochen werden können, damit es seinen Zweck erfüllt.
  • 4. Alle informieren: Ganz zentral – das Safeword muss vorab allen Beteiligten mitgeteilt werden. Nur so kannst du sicher sein, dass dein Stopp-Knopf auch wirklich funktioniert.
  • 5. KISS: Keep it short and simple – wichtig ist es, dass ihr euch zu jeder Zeit an das Safeword erinnert und nicht im Moment, wo es drauf ankommt, noch nach dem Wort “Archaeopteryx” suchen müsst. Wählt am besten Begriffe aus eurem Alltagswortschatz, die euch bei Bedarf intuitiv über die Lippen kommen 


Typische Safewords 


Ein Safeword ist niemals "Bitte hör auf", "Ich halte das nicht aus", "Es tut weh" oder ein simples “Nein”, denn diese Ausdrücke sind oftmals Teil des BDSM-Spiels und in diesem Zusammenhang sogar positiv statt negativ behaftet um Gefallen statt ein “Stopp” auszudrücken.  
 
Am besten sucht ihr euch ein Wort, dass ihr sonst beim Sex nicht sagen würdet.  
Besonders geeignet sind dafür: 


Früchte  
ob Apfel, Mango oder Ananas – wenn dirty fruit talk nicht zu euren Vorlieben gehört, eignen sich diese Begriffe wunderbar als Safewords. Zudem kann man sie sich leicht merken, da sie oft zu unserem Alltagsvokabular gehören 
Grosse Zahlen 
Dabei eignen sich zusammenhangslose Zahlen besser als solche, die eine Bedeutung mit sich bringen. Also 521 anstatt 69. Nichtsdestotrotz solltest du hier sicher sein, dass du deine Safenumber im Eifer des Gefechts nicht vergisst. 
Fantasiefiguren 
Pikachu, Einhorn, Batman oder Rumpelstilzchen. Ich persönlich finde das die beste Art der Safewords, da sie nicht nur einen starken, bezugsfreien Kontrast zur sexuellen Praktik darstellen, sondern alle Beteiligten auch von 100 auf 0 – idealerweise mit einem Lachen – zurück in die Realität holen. 
Ampel-System 
Das gebräuchlichste Safeword-System ist das "Ampel"-System, bei dem "rot" "sofort aufhören" bedeutet, "gelb" "etwas weniger, aber weitermachen" und "grün" "mehr, bitte!" zum Ausdruck bringt. 
Schlussendlich ist es aber euch überlassen, welches Safeword für euch funktioniert – wichtig ist nur, dass ihr es beide kennt und es während eurem lustvollen Spiel nicht vergesst. 

 

Safesign: Safeword, wenn ich nicht sprechen kann 


Es kommt im BDSM durchaus vor, dass man mal nicht sprechen kann. Für diesen Fall gibt es die Möglichkeit als Alternative oder zusätzlich zum Safeword ein non-verbales Zeichen auszumachen, welches die gleiche Wirkung hat. Das kann ein Handzeichen eine Mimik oder eine Körperbewegung sein, die ihr im Normalfall nicht machen würdet. Auch hier gelten jedoch die obigen Kriterien damit euer Safesign auch wirkt.