Zwei Frauen mit tattoowierungen in der Badewanne

Caroline Fux Selbstbefriedigung mal anders

Caroline Fux: Selbstbefriedigung

Solosex, mal anders

Bei der Selbstbefriedigung sind wir Gewohnheitstiere. Die meisten Menschen machen es sich immer gleich. Sexologin Caroline Fux erklärt, warum es sich lohnt, beim Solosex für Abwechslung zu sorgen. Und sie gibt konkrete Tipps, wie. 

Die meisten Menschen machen es sich immer etwa gleich. Warum eigentlich? 

Es ist die Macht der Gewohnheit. Selbstbefriedigung hat zudem viel mit Effizienz zu tun. Wir sind scharf aus das tolle Gefühl beim Orgasmus, und den wollen wir dann schnell und sicher erreichen. Kreativ sein und Geniessen bleibt da oft auf der Strecke. 

Warum lohnt es sich, verschiedene Solosex-Techniken zu kennen? 

Es ist ein bisschen wie beim Kochen: Wer nur ein Menü kennt und mag, dem wird auf Dauer langweilig. Es geht auch nicht darum, dass man sofort alles Bekannte aus dem Repertoire streicht. Es ist schon toll, zu realisieren, dass man ein Muster hat. Weil dann kann man überhaupt erst anfangen, mit dem Muster zu spielen. Vielseitigkeit im Solosex hat zudem Vorteile für den Paarsex. 

Warum?

Weil man flexibler ist. Manchmal sind unsere bevorzugten Erregungsabläufe und -techniken derart präzise, beispielsweise was den Ort oder den Rhythmus angeht, dass das eine andere Person an uns fast nicht hinkriegt. Wenn uns vieles Spass macht, erhöhen wir quasi die Trefferquote für unser Gegenüber.  

Du hast Tipps zusammengestellt, wie man den Solosex erweitern kann. Sind die zuverlässig?

Zuerst muss ich vorausschicken, dass diese Tipps nicht als Zaubertechniken für geilen Sex zu verstehen sind. Es sind kleine Übungseinheiten. Ein bisschen, wie wenn man beim Sport oder in der Musik die eigene Technik verbessert: Das fühlt sich zuerst oft auch etwas komisch oder sogar klar mühsamer an, als das Gewohnte. Deshalb gilt: Bitte Geduld haben und dran bleiben. Die Belohnung kommt dann mit der Zeit und ganz, ganz vielen Wiederholungen. 

ÜBUNGEN FÜR VIELSEITIGEN SOLOSEX 

1. Aufstehen bitte!

Meistens machen wir es uns in der immer gleichen Körperhaltung selbst. Wechsle deshalb ab und zu deine Position. Zum Beispiel vom Liegen ins Sitzen oder ins Stehen. Oder umgekehrt. Beobachte dabei, was du wahrnimmst und was sich verändert. 

2. Locker mit Links

…oder natürlich mit Rechts, wenn du Linkshänder*in bist. Hauptsache, du gibst deiner dominanten Hand eine verdiente Pause. So bekommst du die Chance, deinen Körper ganz neu zu erspüren. Beinahe, als würdest du von einer anderen Person berührt, beziehungsweise, eine andere Person berühren. 

3. Mach’s wie die Katze 

Katzen sind Meisterinnen, wenn es ums Geniessen geht. Sie schmiegen sich genau so in eine streichelnde Hand, wie es ihnen gerade gut tut. Mach mit deinem Genital dasselbe. Schmiege, reibe oder presse es als Abwechslung an deine Hand, statt mit der Hand die Stimulation auszuführen. Auch ein super Katzentrick: Sich regelmässig strecken und räkeln. 

4. Think big! 

Oft stimulieren wir uns an den immer gleichen, manchmal recht kleinen Flächen. Mach mal auf grosszügig und fass Körperteile und -zonen an, die sonst zu kurz kommen. Dass muss nicht geil sein, aber sinnlich. Und sinnlich sein hilft beim Geniessen. 

5. Lass kommen! 

Denk dran, dass dein gewohnter Weg zum Orgasmus nichts Schlechtes oder Verbotenes ist, nur weil du etwas dazulernen möchtest. Wenn du weisst, wie du kommen kannst, dann nutze dieses Wissen auch aus. Übungen für sexuelles Lernen wirken am besten, wenn man sie mit dem verbindet, was bereits klappt und sich gut anfühlt.