Frühlingszeit ist Flirtzeit

Frühlingszeit ist Flirtzeit

Frühlingszeit ist Flirtzeit

 

Wie flirtet man eigentlich besten? Und was kann man tun, wenn man einen Schritt weitergehen und jemanden verführen möchte? Psychologin und Sexologin Caroline Fux gibt Auskunft.

Wie flirtet man richtig?

Das Wichtigste am Flirten ist, dass man es überhaupt tut. Also dass man aktiv ist, Dinge ausprobiert, seinen eigenen Stil findet und lernt, mit anderen Menschen den Moment zu geniessen. 

Also keine konkreten Sprüche oder Techniken?

Da kommt es sehr darauf an, was man damit macht. So ein richtig übertriebener, doofer Flirtspruch kann für einen tollen Lacher sorgen und ein Gespräch eröffnen. Wenn das aber das einzige ist, was man drauf hat, ist das eher ätzend.

Was machen tolle Flirter besser als andere?

Flirtprofis machen es vor allem mit der Masse. Sprich: Sie flirten viele Leute in vielen Situationen an und nicht nur alle zwei Jahre, wenn sie auf die vermeintlich grosse Liebe treffen. 

Ist das nicht irgendwie unkorrekt, wenn die angeflirtete Person so austauschbar ist?

Viel zu flirten heisst nicht, dass man die anderen nicht respektiert. Es geht darum, dass man eine Leichtigkeit schafft und einen gemeinsamen Moment teilt, auch wenn der vielleicht kurz ist. Wenn beim Flirten dagegen unbedingt Sex oder die grosse Liebe rausschauen muss, dann wird das Ganze schnell anstrengend. Übrigens für alle Beteiligten.

Wie geht man vor, wenn man sich tatsächlich Sex wünscht?

Dann wird der Flirt zu einer Verführung. Bei einer guten Verführung spürt man sowohl sich selbst, als auch das Gegenüber. Das heisst, ich bin mir genauso bewusst, was ich will, wie ich mir auch bewusst bin, was für das Gegenüber passt.

Und wie weiss man, was für das Gegenüber passt?

Das ist die Kunst am Ganzen: Man muss viel über das Gegenüber erfahren, damit man die Person dort abholen kann, wo sie sich wohlfühlt und ihr quasi eine angenehme, sichere Reise dorthin anbieten, wo ich mit ihr sein will. Gutes, einvernehmliches Verführen besteht vor allem aus kreativem Einladen.

Consent ist ein wichtiges Thema. Wie weiss ich, dass ich beim Verführen nicht zu weit gehe?

Das Wichtigste ist, dass man die andere Person immer auch aktiv sein lässt. Deshalb das Bild mit dem Einladen. Ich spreche eine Einladung aus oder mache einen Vorschlag – das kann übrigens auch nonverbal sein – und überlasse es dann der Person, sie anzunehmen.

Sollte man immer auch aktiv Nachfragen?

Nachfragen ist ein ganz wichtiges Instrument, wenn es um Consent geht. Bei diesem Thema ist es zentral, dass man eine Person nicht mit Fragen überfährt oder richtiggehend ausquetscht. Fragen aus echter Neugier entspannen und bereichern eine Situation, Fragen aus Unsicherheit und Pflichtgefühl machen hingegen Druck.

Ist spontaner Sex mit dem Frühlingsflirt eigentlich besonders prickelnd?

Das kommt drauf an, wie man tickt. Für viele Menschen sind die Aufregung, das Unbekannte und das Abenteuer ein grosser Turn-on. Auch beim Sex selber gibt es grosse Unterschiede. Die einen brauchen viel Geborgenheit und Vertrautheit, andere können sich nur dann richtig fallenlassen, wenn eine gewisse Unverbindlichkeit da ist. 

Was sollte man nach dem Sex beachten?

Man sollte das Auseinandergehen genauso zelebrieren, wie das Zusammenkommen. Das geht übrigens auch bei ziemlich unverbindlichem Sex. Das ist ein bisschen wie beim Spannungsbogen einer gut erzählten Geschichte. Cliffhanger machen nur dann Spass, wenn man weiss, dass irgendwann eine Auflösung kommt. Wird man einfach nur stehen gelassen, ist das unbefriedigend und deshalb ein No-Go.